Gründe und Alternativen

Unzufriedenheit mit dem Fachstudium

Sie möchten weiter studieren, aber das von Ihnen gewählte Studienfach deckt sich nicht mit Ihren Erwartungen. Wenn Sie einen Fachwechsel anstreben, aber noch unsicher bei der Wahl Ihres neuen Studienfaches sind, können Sie unser Seminar zum Studienfachwechsel "Mein Studienfach ist das falsche - und jetzt?" besuchen. Die Zentrale Studienberatung bietet dieses Seminar mehrmals pro Semester an. Selbstverständlich können Sie sich bei Fragen zum Fachwechsel auch persönlich in der Zentralen Studienberatung beraten lassen.

Unzufriedenheit mit den Studienbedingungen

Sie möchten mit Ihrem Studium fortfahren, sind aber mit den Studienbedingungen wie überfüllte Lehrveranstaltungen, Anonymität in großen Fachbereichen oder auch mit den angebotenen Schwerpunkten unzufrieden. Sollten diese Gründe auf Sie zu treffen und Sie einen Hochschulortwechsel in Betracht ziehen, sollten Sie sich im Vorfeld gut informieren. Im Hochschulkompass der Hochschulrektorenkonferenz können Sie recherchieren, wo der gewünschte Studiengang angeboten wird. Im CHE-Ranking der Studienfächer nach Hochschulen finden Sie auch eine Bewertung der Studienbedingungen. Wir empfehlen auch den Besuch der ausgewählten Hochschule, um sich vor Ort zu informieren und Eindrücke zu sammeln.

Wunsch nach mehr Praxisbezug im Studium

Sie interessieren sich für die Inhalte Ihres Studienfaches, vermissen aber einen stärkeren Praxisbezug. Wem das Studium an der Universität zu theorielastig ist, kann eine Reihe von Studienfächern auch an einer Fachhochschule studieren. Ob Ihr Studiengang an einer Fachhochschule angeboten wird, können Sie im Hochschulkompass recherchieren. Falls Sie in selben Fachgebiet bleiben, können Ihnen oftmals Leistungsnachweise bzw. Credits, die Sie in Ihrem Universitätsstudium erworben haben, an erkannt werden. Kompetente Ansprechpartner bei dem Vorhaben von der Universität an die Fachhochschule zu wechseln, sind die Studienberatungen der jeweiligen Fachhochschulen.

Eine Alternative können auch die dualen Studiengänge an einer Berufsakademie sein. Ihr Ausbildungsprogramm umfasst eine Lehre in einem Unternehmen, für das ein Ausbildungsgehalt gezahlt wird, und parallel dazu ein Studium an der Berufsakademie. Auch Verwaltungs- und Wirtschaftsakademien sowie Fachhochschulen mit dualen Studiengängen bieten diesen Mix aus Berufspraxis und praxisbezogenem Studium. Berufsakademien gibt es vor allem in den Bereichen: Wirtschaft, Sozialwesen und Technik.

Um einen Studien- und Ausbildungsplatz zu erhalten muss man ein Auswahlverfahren bestehen, das von den ausbildenden Firmen direkt durchgeführt wird. Die Studienplatzvergabe erfolgt automatisch mit der Zusage des Unternehmens, Sie auszubilden. Weitere Informationen erhalten Sie bei den Studienberatungen der einzelnen Berufsakademien.

Die etwa dreijährige Ausbildung im gehobenen, nicht technischen Verwaltungsdienst umfasst ein etwa 18 monatiges Studium an Fachhochschulen für öffentliche Verwaltung des Bundes oder der Länder und eine etwa gleichlange berufspraktische Zeit in verschiedenen Dienststellen der ausbildenden Behörde. Die Ausbildung wird in der Regel vergütet. Da der öffentliche Dienst nach wir vor als sicherer Arbeitgeber gilt, ist die Konkurrenz beim Auswahlverfahren groß. Spätestens ein Jahr vor Ausbildungsbeginn sollte die Bewerbung abgeschickt werden.

Der Zeitpunkt des Studienabbruchs ist entscheidend für die Chancen eines Studienabbrechers in der öffentlichen Verwaltung. Höhere Fachsemester haben eher schlechtere Chancen.

Eine Ausbildung wird auch an der Universität Mainz angeboten.

Alle bislang genannten Alternativen stellen keinen Studienabbruch dar, sondern einen Wechsel des Studienfaches bzw. Studiengangs.

Berufliche Neuorientierung

Sie sind sich während Ihres bisherigen Studiums bewusst geworden, dass Sie direkt eine beruflich-praktische Tätigkeit anstreben. Als Alternativen zum Studium bieten sich eine betriebliche Berufsausbildung, eine Sonderausbildung in der Wirtschaft, eine Ausbildung an einer Berufsfachschule bzw. Fachakademie, eine berufliche Qualifikation über eine Weiterbildung, der direkte Berufseinstieg über eine Externenprüfung oder die Selbständigkeit an.

Häufig gewählte Ausbildungsberufe von Studienabbrechern sind kaufmännische Berufe und Berufe im Bereich der neuen Medien und der Informationstechnik. Betriebe sind häufig bei fortgeschrittenem Lebensalter nicht so leicht bereit, ältere Studienabbrecher auszubilden. Gute Chancen haben ältere Studienabbrecher bei Versicherungen, Steuerberatern oder in der IT-Branche. Ausbildungsbeginn ist in der Regel der 1. August.

Als praxisnahe Alternative zu einem Studium bietet die Wirtschaft (vor allem Industrie- und Handelsunternehmen, Versicherungen) Ausbildungsgänge an, die speziell auf Studienberechtigte zugeschnitten sind, und die als "Sonderausbildungen der Wirtschaft" oder "Abiturientenausbildung" bezeichnet werden.

Diese Sonderausbildungen in der Wirtschaft bieten einen Wechsel aus betrieblicher Praxis und Theoriephasen an. Die Theoriephasen finden entweder an Berufsschulen oder an speziellen Schulen der Unternehmen statt. Berufe mit dieser Form der Ausbildung sind z. B. Fluglotsin/Fluglotsen, Handelsassistentin/Handelsassistenten.

Insbesondere Berufe im Gesundheitswesen (u.a. Krankenpflege, Hebamme, Ergotherapie, Logopäde, Physiotherapie), Assistenzberufe im naturwissenschaftlichen Bereich (u.a. PTA, LTA, BTA, MTA), Fremdsprachenberufe wie Fremdsprachensekretär/in und Berufe im ÍT-Bereich (wie Informatik- oder Multimedia-Assistent/in) sind an staatlichen bzw. anerkannten Berufsfachschulen/ Fachakademien erlernbar. Die Ausbildung ist eine Kombination aus theoretischer und praktischer Wissensvermittlung. Sie ist an staatlichen Schulen häufig kostenfrei, Privatschulen verlangen z. T. ein hohes Schulgeld.

Auch an Weiterbildungen für bestimmte Berufsgruppen, z. B. im Bereich Personalwesen, die u.U. von der Agentur für Arbeit gefördert werden kann, können Studienabbrecher teilweise teilnehmen und so eine Berufsqualifikation erwerben. Diese Möglichkeiten können Sie über das Aus- und Weiterbildungsportal der Agentur für Arbeit recherchieren. Häufig wird nach dem Studienabbruch eine Berufstätigkeit in Anschluss an einen Studentenjob oder ein Praktikum angestrebt. Manche Unternehmen suchen gezielt nach Studienabbrechern.

Wer sich selbständig machen möchte, kann sich bei der örtlichen Industrie- und Handelskammer informieren.

Weitere Informationen zu Berufsbildern und Ausbildungsmöglichkeiten finden Sie in den Berufsinformationszentren der Arbeitsagenturen. Sie können sich auch persönlich bei den Berufsberaterinnen und -beratern beraten lassen. Sie sind auch Ansprechpartner/innen in Fragen der Ausbildungsfinanzierung. Ausbildungsplätze können über die Börse der Agentur der Arbeit oder der Industrie- und Handelskammer recherchiert werden.

Die Industrie- und Handelskammer Rheinhessen informiert und berät Studienabbrecher/innen über die Möglichkeiten einer verkürzten Ausbildung.

Verwirkter Prüfungsanspruch

Wenn Sie Prüfungen in Ihrem Studiengang endgültig nicht bestanden haben, können Sie dieses Studium nicht mehr beenden, auch ein Wechsel in einen gleichen oder ähnlichen Studiengang an eine FH ist in der Regel nicht mehr möglich.  Sie können entweder einen anderen Studiengang beginnen oder Sie entscheiden sich für eine berufliche Ausbildung, siehe oben angegebene Möglichkeiten. Wenn Sie Unterstützung in der Phase der Neuausrichtung Ihrer beruflichen Zukunft benötigen, können Sie gerne einen Termin in der Zentralen Studienberatung über unsere Hotline vereinbaren.

Langzeitstudium

Wenn Sie eventuell durch eine parallele Berufstätigkeit den Bezug zu Ihrem Studium verloren haben, aber schon eine Reihe von Leistungsnachweisen erbracht haben, stellt sich die Frage, ob und wie Sie Ihr Studium doch noch beenden oder ob Sie die Universität ohne Abschluss verlassen.

Sie sollten unbedingt Kontakt zu der betreffenden Studienfachberatung suchen, um gemeinsam einen Studienplan zu erstellen.

Selbstverständlich stehen Ihnen auch die Studienberater/innen für ein Beratungsgespräch zur Verfügung. Wenn Sie studiengebührenpflichtig sind oder werden, prüfen Sie bitte, ob Sie die Härtefallregelung in Anspruch nehmen können. Bitte beachten Sie auch die Hinweise zur Verhinderung des Studienabbruchs aus finanziellen Gründen (s.u.).

Finanzielle Gründe

Viele Studierende verdienen sich Ihren Lebensunterhalt selbst und sind zur Finanzierung Ihres Studiums auf eine Erwerbstätigkeit angewiesen. Oftmals wird es im Verlauf des Studiums immer schwieriger bzw. unmöglich, die zur Studienfinanzierung notwendige Erwerbstätigkeit und die Verpflichtungen Ihres Studiums insbesondere in der Prüfungsphase zu vereinbaren. Wenn diese Beschreibung auf Sie zutrifft, prüfen Sie bitte, ob die aufgeführten (Förderungs-)möglichkeiten, ihre finanzielle Situation verbessern und Sie dadurch Ihr Studium beenden können.

Prüfen Sie auch ob, Sie einen BaFöG-Anspruch haben oder ein Begabten-Stipendium bzw. ein Abschlussstipendium oder ein Studienkredit für Sie in Frage kommt. 

Wenn Sie unverschuldet in eine finanzielle Notlage geraten sind, kann Ihnen das soziale Netz der JGU Mainz weiterhelfen.

Urlaubssemester

zur Finanzierung Ihres Studiums können Sie sich  bis zu zwei Semester beurlauben lassen. Urlaubssemester werden nicht als Fachsemester gezählt und nicht auf Ihr Studienkonto angerechnet.

Bildungskredit (das Bildungskreditprogramm der Bundesregierung)

Die Bundesregierung bietet gemeinsam mit der KfW-Bank und dem Bundesverwaltungsamt Studierenden in fortgeschrittenen Ausbildungsphasen eine zinsgünstige Förderung. Dieser Kredit kann auch neben BAFöG-Leistungen zur Finanzierung von außergewöhnlichem, nicht durch BAföG erfasstem Aufwand bewilligt werden. Gefördert werden Studierende, die die Zwischenprüfung bestanden haben oder die eine Erklärung ihrer Ausbildungsstätte vorlegen, dass eine Zwischenprüfung nicht vorgesehen ist und die üblichen Leistungen erbracht wurden. Berechtigt sind Studierende, die den ersten Teil eines Konsekutiv-Studiengangs abgeschlossen haben, ein postgraduales Diplom-Studium oder ein Master- bzw. Magisterstudium absolvieren, Studierende eines Zusatz-, Ergänzungs- oder Aufbaustudiums sowie Teilnehmer/innen eines Praktikums, das in Zusammenhang mit dem Studium durchgeführt wird. Studierende können den Kredit in der Regel nur bis zum Ende des 12. Semesters erhalten.

Studienabschlussdarlehen

Das  vom Studierendenwerk Mainz gewährte Darlehen wird frühestens ein Jahr vor Beginn des Examens an bedürftige und wissenschaftlich befähigte Studierende gewährt. Wird die Prüfung in mehreren Abschnitten abgelegt, so kann das Darlehen erst ein Jahr vor dem Beginn des letzten Examensabschnittes gewährt werden. Über die Vergabe des Darlehens entscheidet ein Ausschuss. Die maximale Höhe des Darlehens beträgt 1800,- €, es muss zwei Monaten nach dem Abschluss in monatlichen Teilbeträgen zurückgezahlt werden.

Familiäre Probleme

Wenn Sie Probleme haben, Kind(er) und Studium zu vereinbaren, finden Sie unter dem Menüpunkt Soziales/Studieren mit Kind ausführliche Hinweise auf Betreuungsangebote und finanzielle Hilfsmöglichkeiten.

Sie können sich auch im Familien Servicebüro beraten lassen.

Wenn Sie Angehörige pflegen, können Sie sich wie auch studentische Mütter bzw. Väter, bis zu sechs Monaten beurlauben lassen. In Zusammenhang mit eventuell anfallenden Studiengebühren können beide Gruppen eine Härtefallregelung für sich in Anspruch nehmen. 

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